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Ein Horrorfilm, Psychose und Alkohol führten zum Messerstich

Stimmen befahlen dem Angeklagten, auf Freund einzustechen

(14.10.2002) jaso. In dem Horror-Film "Hannibal" macht sich ein Psychopath daran, Teile des Gehirns eines Lebenden vor dessen Augen zu verspeisen. Manchen Menschen veranlasst so eine Filmszene dazu, sich angewidert abzuwenden. Andere können sich makabre Sprüche nicht verkneifen. "Das würde ich mit dir auch gerne machen," hatte ein 31-jähriger Metzger zu seinem Kumpanen gesagt. Der hielt es für einen schlechten Scherz. Doch als der später nach beendetem Toilettengang die Tür öffnete, fiel ihn der vermeintliche Freund plötzlich mit einem Jagdmesser an. "Ich habe den Teufel vor mir gesehen." Das Resultat: eine sechs Zentimeter tiefe Stichwunde, nur knapp neben dem Herzen. Dass das Opfer noch einen weiteren Stich abwehren, flüchten und von zu Hause den Notarzt verständigen konnte - ein Wunder. Gestern musste sich der Täter vor dem Landgericht verantworten.

Stimmen hätten ihn dazu veranlasst, über seinen Gast herzufallen. Alkohol war auch im Spiel: 2,15 Promille muss der Angeklagte im Blut gehabt haben, ergaben die Untersuchungen nach dem Vorfall. Beides in Verbindung ergab bei dem Angeklagten eine brisante Mischung: Er leide unter einer paranoid halluzinatorischen Psychose. Und unter Alkoholeinfluss könne er sich nicht mehr kontrollieren, erklärte eine Psychologin in ihrem Gutachten. "Gleichzeitig kann er aber nur mit Hilfe von Alkohol mit anderen Menschen in Kontakt treten."

Diese Schwäche hatte sich bei dem Angeklagten mit dem Tod seines Großvaters vor gut zehn Jahren eingestellt. "Er war für mich ein großes Vorbild: Er arbeitete viel. Ich wollte auch so sein. Mit ihm starb für mich ein Idol." Stimmen befahlen ihm damals auch den Suizid, der nur durch Glück scheiterte. "Ich habe dann gemerkt, dass ich mit den Stimmen nicht zurechtkomme." Wiederholt begab er sich in psychische Behandlung.

Doch leider kam er auch mit Drogen in Kontakt. Wollte er seinen Grundwehrdienst doch gerade bei der Marine abhalten, um den Problemen daheim zu entgehen, so lud er sich dort neue auf: Alkohol, Cannabis und Kokain konsumierte er. "Wie die meisten auf dem Schiff - aus Langeweile," schilderte der Angeklagte den Beginn seiner Sucht. Was folgte? Ein weiterer Selbstmordversuch, bei dem der Angeklagte eine Art russisch Roulette auf einer Mauer vollzog: Auf der einen Seite ging es drei, auf der anderen 200 Meter tief. Er drehte sich und sprang ohne Orientierung. Eine schwere Knöchelfraktur zeugte davon, dass er die weniger tiefe Seite genommen hatte. Ein anderes Mal befahlen ihm die Stimmen, mit dem Auto ein UFO zu verfolgen. Ein Kornfeld wurde dabei in Mitleidenschaft gezogen.

Auch wenn er damals nach eigenen Angaben schon erkannt hatte, dass er der Alkohol bei ihm weit schwerere Folgen mitsichbringe, sei er von seinem Umfeld immer wieder dazu verleitet worden. So auch am Tatabend. Sein Gast trank zum Kartenspiel reichlich Bier, für den Angeklagten hatte er Rotwein mitgebracht. Nach eineinhalb Litern "kann ich mich an nichts mehr erinnern," so der Angeklagte. Für seine Tat sei er nicht zurechnungsfähig. Im Urteil wurde die Unterbringung in einem Therapiezentrum angeordnet."

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Letzte Aktualisierung: 11.2.2024

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