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Onlinestudie von ARD und ZDF

Es werden mehr und sie bleiben länger

Noch nie waren so viele Deutsche online. Und sie bleiben auch immer länger im Netz - immerhin zum Teil sechs Stunden im Schnitt. Das zeigt die neue Onlinestudie von ARD und ZDF.

(10.10.2018) Was waren das noch für Zeiten, als das Modem unterm Schreibtisch fiepte. Sich auf diese Art einen Kinofilm für zuhause zu besorgen, kam damals einer Fantasterei gleich. Der Weg in die Videothek und ein abgenudeltes Magnetband, das sich später im Videorekorder verheddert, waren die einzige Möglichkeit, der Vorstellung von "Video on Demand" gerecht zu werden.

Heute ist es problemlos möglich, sich komplette Fernsehstaffeln am Stück ins Wohnzimmer zu holen, ohne selbiges zu verlassen. Dank Internet. Und dank seiner Bedienungsfreundlichkeit: Ein Gerät für die Hosentasche, über das sich leicht wischen und auf dem sich einfach tippen lässt.

Eine schnelle Datenverbindung ermöglicht so in vielen Regionen die sechs "S" des multimedialen Glücklichseins: das Schreiben von Nachrichten mit Messenger-Diensten, Surfen, Shoppen, Suchen, Spielen und Stillen des Informationsbedürfnisses.

Eine Million neue Nutzer

Die Leichtigkeit und Schnelligkeit scheint immer mehr Menschen dem Internet zuzuführen. Erstmals sind dieses Jahr mehr als 90 Prozent der Deutschen online. Im Vergleich zum vorherigen Jahr sind noch einmal knapp eine Million Internetnutzer hinzugekommen. Das geht aus der aktuellen ARD/ZDF-Onlinestudie 2018 hervor.

Die Ergebnisse beruhen auf Stichproben bei 2000 deutschsprechenden Personen ab 14 Jahren. Demnach sind 63,3 Millionen Menschen in der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren Internetnutzer.

Mehr Menschen öfter und länger online

Sie werden nicht nur mehr, sie gehen auch öfter ins Internet: Während vor drei Jahren noch 44,5 Millionen Menschen jeden Tag online gingen, sind es dieses Jahr nahezu zehn Millionen mehr.

Sind die 54 Millionen Deutschen dann erst einmal online, bleiben sie es auch länger: Vor einem Jahr betrug die Verweildauer im Netz zweieinhalb Stunden, dieses Jahr ist es eine Dreiviertelstunde mehr. Wer jünger als 30 Jahre ist, ist im Schnitt sogar knapp sechs Stunden und somit ein Viertel eines Tages online.
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Onlinestudie: 149 Minuten im Internet - jeden Tag

Was machen sie da solange? Laut Studie verbringen die Menschen dabei nahezu gleich viel Zeit mit sogenannter Individualkommunikation - etwa über Chatdienste (87 Minuten am Tag) und mit Mediennutzung (82 Minuten am Tag). Der Durchschnitts-Internet-Deutsche schaut mehr als eine halbe Stunde Videos, eine halbe Stunde liest er Texte, wie diesen hier, und 25 Minuten lang hört er Radioprogramme, Hörspiele und Musik übers Internet - wann und wo er will.

Dieses Online-Nutzungsverhalten bei Video und Radio wird beides naturgemäß besonders beachtet von ARD und ZDF. "Wir sehen, dass die Mediennutzung zunehmend zeit- und ortssouverän über das Internet erfolgt, jetzt auch in den mittleren Altersgruppen", erklärt Manfred Krupp, Intendant des Hessischen Rundfunks und stellvertretender Vorsitzender der ARD/ZDF-Medienkommission, die die Studie in Auftrag gegeben hatte. "Neben der weiterhin eminenten strategischen Bedeutung der linearen Nutzung unserer Fernseh- und Radioprogramme, hat daher die Weiterentwicklung der ARD-Mediathek für uns höchste Priorität."

Nichts verpassen

Denn immer mehr Internetnutzer holen laut Studie offensichtlich nach, was sie wegen ihres Offline-Lebens verpasst haben: sich mit der aktuellen 20-Uhr-Tagesschau-Ausgabe doch noch mal kurz vor Mitternacht auf den Stand der Welt bringen zu lassen; das von Freunden empfohlene Radio-Feature nachzuhören oder sich selbst ein Bild zu machen von dieser einen lustigen Show mit dem Mann, von dessen Humor der Nachbartisch im Restaurant so schwärmte.

Wäre das alles in Modem-Zeiten nur schon möglich gewesen - klar, hätte es damals auch schon mehr Menschen online gegeben.

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Letzte Aktualisierung: 21.4.2020

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