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Letzte Aktualisierung: 19.3.2021

• Covid-19-Impfung: Infos fürs Angstgehirn

Sendedatum: 21.12.2020 • Format, Länge: Rep 2:36 • Sender: ARD

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat den Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer zugelassen. Damit können nun auch in Deutschland Impfungen beginnen. Doch ein dreiviertel Jahr nach Ausbruch der Pandemie ist die Impfbereitschaft auf einem Tiefstand.

Das kleine Covid-19-Impfstoff-Fläschchen – es birgt hohe Erwartungen, aber auch große Befürchtungen: Nach einer aktuellen Befragung des wissenschaftlichen COSMO-Konsortiums würde sich nicht mal die Hälfte der Befragten gegen COVID-19 impfen lassen. Das ist der niedrigste Stand seit Beginn der Erhebung. Von 79 Prozent im April auf jetzt 48: Je länger das Warten, desto mehr wachsen die Zweifel am Impfen.

Für Angstforscher nicht verwunderlich, an die Bedrohung durch Covid-19 habe sich das Gehirn schon gewöhnt.

O-TON Borwin Bandelow, Angstforscher Universitätsmedizin Göttingen: „Aber die Impfung ist jetzt was Neues und Unheimliches. Die meisten Menschen, die angeben, vor der Impfung Angst zu haben, sagen, das ist, weil der Impfstoff so schnell entwickelt wurde, das ist ihnen unheimlich, sie befürchten eben Nebenwirkungen zum Beispiel.“

Diese Denkweise findet sich auch bei Menschen, die vom Fach sind, sogar die Folgen von Covid 19 im Alltag erleben. Klaus Hampl ist Intensivpfleger und hofft auf schnelle Impfung. Einzelne Kollegen aber zögerten.

O-TON Klaus Hampl, Intensivpfleger: „Die Kollegin hat dann schon gemeint, sie will da lieber noch ein bisschen abwarten. Dann habe ich zu ihr gemeint: Aber mit Langzeitergebnissen ist es ja mit ein paar Wochen nicht getan, wir können hier ja nicht jahrelang so weiter machen, bis wir Langzeitergebnisse haben.“

Nebenwirkungen, Sicherheit: Viele erinnern sich da an die Fehlbarkeit der Medizin. Die ersten Impfungen gegen Kinderlähmung führen in wenigen Fällen zum Ausbruch der Krankheit; Millionen Menschen impfen sich in Schweden gegen die Schweinegrippe, danach erkranken hunderte an Narkolepsie aufgrund ihrer genetischen Veranlagung. Das alles Nährstoff für ein mulmiges Gefühl, wenn das, was in diesem Gläschen steckt, mal in den eigenen Körper soll. Das Gegenmittel: Impfkommunikation.

O-TON Borwin Bandelow, Angstforscher Universitätsmedizin Göttingen: „Impfkommunikation heißt, dass wir das Angstgehirn ansprechen müssen und nicht das Vernunftgehirn. Das Vernunftgehirn hat schon längst kapiert, dass das Risiko, an Corona zu erkranken extrem viel höher ist als Impfnebenwirkungen zu erleiden. Aber: Angst ist nicht gut in Statisitik. Und das heißt: Wir müssen eben dieses Angstgehirn ansprechen, weil das reagiert auf neue Gefahren unverhältnismäßig groß im Vergleich zu bekannten Gefahren.“

Damit die Impfbereitschaft wieder steigt, müsse die Politik wie einst bei einem anderen Virus nun mehr informieren, sagen Fachleute. Denn nur wer über das Virus und den Impfstoff Bescheid weiß, der habe auch Vertrauen in das kleine Impfstofffläschchen.



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