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Letzte Aktualisierung: 31.10.2019

• Fehlbildungen bei Babys: Wie Daten sammeln und auswerten?

Sendedatum: 19.09.2019 • Format, Länge: Rep 3:00 • Sender: ARD

Nachdem in Gelsenkirchen eine ungewöhnliche Häufung an Fehlbildungen bei Neugeborenen aufgetreten ist, rufen Mediziner nach sogenannten Fehlbildungsregistern. Damit sollen Häufungen schneller erkannt und ihre Ursachen besser ausfindig gemacht werden können. Doch anstatt neue Einrichtungen zu installieren, könnte vielleicht auch ein bestehendes System genutzt werden.

„Eine Laune der Natur“ sagen Ärzte häufig, wenn sie Eltern den Grund für eine Fehlbildung nicht nennen können. So geschieht es in etwa der Hälfte aller Fälle, wenn ein Kind mit zu vielen Fingern oder fehlenden Gliedmaßen das Licht der Welt erblickt.

Eine Laune der Natur: Das bekamen auch Barbara und Walter Jordan zu hören. Nur wer genau hinschaut, sieht, dass Ring- und Mittelfinger ihres Sohnes Jonas zusammengewachsen sind. Im März wurde er geboren.

Als nun bekannt wurde, dass drei Säuglinge ebenfalls mit einer Fehlbildung an der Hand in Gelsenkirchen zur Welt gekommen sind, da wurden wie die Jordans mehrere Eltern hellhörig.

O-TON Barbara und Walter Jordan Man überlegt schon: „Jetzt interessier mich schon, ob es nur eine Laune der Natur ist oder ob es was ist, was von außen den Einfluss darauf gehabt hat, dass das jetzt so gekommen ist.“„Sie sucht den Fehler bei sich, habe ich gerade gehört. Ich suche den Fehler bei mir. Man überlegt schon, was könnte es gewesen sein.“

Das wollen auch Ärzte der Universitätsmedizin Mainz wissen. Vor 30 Jahren begannen sie damit, gezielt Risikofaktoren für Fehlbildungen bei Babys zu sammeln und schufen ein Register.

Anlass damals war der Atomunfall von Tschernobyl: Führte die radioaktive Wolke, die von dort nach Europa zog, hier zu Fehlbildungen? Äußere Einflüsse: Immer wieder Grund für Fehlbildungen: Giftstoffe in älteren Baumaterialien etwa. Aber auch Vorerkrankungen der Mutter und Infektionen während der Schwangerschaft. Sie machen aber nur höchstens fünf Prozent der Fehlbildungen aus. Ein Drittel ist auf die genetische Veranlagung zurückzuführen.

Das Mainzer Modell, wie Ärzte das Mainzer Register nennen, erarbeitet solche Erkenntnisse. Aber nur im Raum Mainz. Mehr solcher Register in fünf oder sechs Regionen wären nötig.

O-TON Dr. Annette Queißer-Wahrendorf, Leiterin des Mainzer Geburtenregisters: „Eine deutschlandweite Fehlbildungserfassung ist aus meiner Sicht nicht notwendig, es reicht, wenn wir fünf bis zehn Prozent der Neugeborenen entsprechend monitoren, also Fehlbildungen untersuchen, und dann die ganzen Daten zusammenführen.“

Diese Aufgabe, sagen andere Mediziner, könnte aber vielleicht auch die sogenannte Perinatalerhebung übernehmen, eine Datensammlung eines jeden Bundeslandes zur Qualitätssicherung des Geburtswesens. Denn Fehlbildungen werden darin bereits erfasst.

O-TON Dr. Hermann Josef Kahl, Sprecher Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte: „Bei der Perinatalerhebung werden die Befunde weitergereicht und alle gesammelt , wenn das jetzt im Fall der Fehlbildung der Gliedmaßen so erfolgen würde, dass auch eine sehr intensive und ausführliche Anamnese-Erhebung dabei wäre, dann wäre das ein großer Schritt nach vorne.“

Familie Jordan hat ihren Fall gemeldet. Je mehr Eltern das tun, wie sie sagen, umso schneller könnte vielleicht die Ursache für Jonas Besonderheit eingekreist werden. Das würde Eltern entlasten. Denn viele suchen die Schuld zuerst bei sich selbst und nicht in einer Laune der Natur.



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