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Letzte Aktualisierung: 14.2.2020

• Schweineproduktion: Wenig Platz für Tierwohl

Sendedatum: 14.02.2020 • Format, Länge: Rep 2:34 • Sender: ARD

Billiges Fleisch aus dem Supermarkt sieht auch so aus: kaum Platz sich hinzulegen, geschweige denn, sich umzudrehen. Was bei Menschen an Foltermethoden erinnert, ist bei Schweinen in Deutschland völlig normal, legal. Vier, fünf Monate vom Jahr im sogenannten Kastenstand: Muss das sein?

In der modernen Schlachtviehproduktion leider ja, sagen Mitarbeiter der Lehr- und Versuchsanstalt für Viehhaltung vom Hofgut Neumühle in der Pfalz: Landwirte werden hier aus- und fortgebildet, aber auch Schüler und Tierschützer bekommen hier die Zwänge moderner Landwirtschaft erklärt – Zwänge wie den Kastenstand für trächtige Säue.

O-TON Markus Klaßen, Lehrwerkstätte Schweinehaltung „Hofgut Neumühle“: „Wenn die Tiere raus könnten oder sich besser bewegen, wäre es so, dass unter Umständen durch Verletzungen oder Stress, weil sie sich irgendwo eingeklemmt werden, die Embryonen absterben. Das führt dann zu Totgeburten.“

Sind die Ferkel auf der Welt, ergibt sich schon das nächste Problem: Ohne Kastenstand ist die Gefahr größer, dass sich eine 250-Kilo-Muttersau versehentlich auf ihren Nachwuchs legt. Tierwohl der Mutter steht gegen das ihrer Ferkel. Das wurde hier auch untersucht.

O-TON Theresa Scheu, Tierärztin „Hofgut Neumühle“: „Die Arbeiten haben gezeigt, dass es zwar für die Sau in der Geburt und auch danach etwas mehr Stress bedeutet, in so einem Ferkelschutzkorb fixiert zu sein, aber wir konnten auch sehen, dass es für die Ferkel weniger Risiko bedeutet.“

Das Bundesverwaltungsgericht hat schon vor drei Jahren geurteilt, dass Sauen in den Kastenständen zumindest ihre Gliedmaßen ungehindert ausstrecken können müssen. Wie hier bedeutet das im einfachsten Fall, nur jeden zweiten Stand zu belegen. Oder umzubauen: Das koste laut Berechnungen des Bundes die deutschen Ferkelproduzenten 1,1 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Ihr Gewinn an einem Ferkel vor Steuern: 5 Euro.

O-TON Christian Koch, stv. Leiter Lehr- und Versuchsanstalt für Viehhaltung „Hofgut Neumühle“: „Wenn wir mehr Platz für die Tiere benötigen – was für Tierwohl auch sinnvoll ist –, wird es aber zu weniger Tieren pro Betrieb führen und dadurch auch zu weniger wirtschaftlichem Einkommen.“

Hat die Sau grundsätzlich mehr Platz, nicht nur wenn die Ferkel älter sind, wird es für viele Betriebe eng. Beispiel: Nachdem Schweden 1988 Kastenstände im Grundsatz verboten hatte, machten neun von zehn Betrieben dicht. Übrig bleiben nur vereinzelte Großbetriebe. Fleisch aus regionaler Herkunft, wie es Verbraucher sich wünschen, wäre dann meist schwierig zu bekommen. Gegen den Kastenstand hilft nur, was Tierschützer fordern: weniger Fleisch essen und dafür mehr zahlen. Sonst bleibt es für die Sau eng.



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