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Renate Thon besuchte das Kosovo

Schwache Flüchtlinge werden nach dem Winter abgeschoben

Marrode Infrastrukturen überzeugten auch CDU-Politiker

(1999) jaso. Mit der Rückführung ins Kosovo lenkt man unmittelbar das Schicksal eines Menschen. Umso wichtiger erschien es Renate Thon, Landtagsabgeordnete der Grünen und Mitglied des Petitonsausschusses für Asylfragen, sich vor Ort kundig zu machen über die Lebenssituation in Städten, die durch Kriegsberichterstattung traurige Berühmtheit erlangten: Prishitina, Prizren, Peja. Anfang September flogen auf ihre Initiative Thon und drei Ausschusskollegen für vier Tage ins Kosovo. Nur der Vertreter der Republikaner blieb der Informationsreise, organisiert durch das Diakonische Werk, fern - vielleicht, weil er nach dem Kosovobesuch nicht mit dem Parteiprogramm in Konflikt geraten wollte.

"Aufbruchstimmung herrscht bei den Kosovoalbanern. Es herrschte rege Geschäftigkeit und hektischer Autoverkehr. Auf den Straßen wurde uns gedankt für die Unterstützung der Bundesrepublik und den NATO-Einsatz. Die Kosovaren haben jetzt den Eindruck, ihr Schicksal selbst in die Hände nehmen zu können", schilderte Thon ihre ersten Eindrücke.

Doch die täuschten über über die marrode Infrastruktur hinweg. Die medizinische Versorgung sei völlig unzulänglich und spreche gegen die Rückführung kranker Flüchtlinge. "Dort treibt es einem das Wasser in die Augen, wenn man die Patienten in ihren Betten liegen sieht". Das Personal sei schlecht oder gar nicht ausgebildet, viele der Krankheiten wie Krebs, Herz- und chronische Leiden wie Diabetis seien erst gar nicht zu behandeln, so Thon weiter. Was die psychatrische Behandlung der von Kriegsgeschehen traumatisierten Flüchtlingen angehe, schraubt die Politikerin ihre Hoffnung auf deren Heilung gleich auf null. "In der Klinik, die wir besuchten, liefen die Patienten aufgeregt und halbnackt im Garten herum."

Für Strom sorgten nur zwei Braunkohlekraftwerke, die Thon weit schlimmer als vergleichbare Anlagen der ehemaligen DDR einstufte. Stromausfälle gehörten zur Tagesordnung und Wasser - es gibt im Kosovo keine Kläranlagen - sei kontaminiert. "Deshalb ist es auch nicht zu verantworten, ältere Menschen und Kinder vor dem Winter zurückzuführen". Auch die Nahrungsversorgung erweise sich als problematisch. Zwar sei auf den Märkten alles zu haben, doch die Preise sprengten den möglichen Rahmen. 60 bis 80% der Bevölkerung sind arbeitslos. "Viele Kosovaren leben abhängig von Verwandten in Deutschland, die hier in Brot und Geld stehen. Wenn sie erst später zurückgeführt werden, ist das eine super Entwicklungshilfe".

Thons Fazit des Besuchs: "Die Rückführung der Kosovaren muss erfolgen. Nachdem die Vertreter der Regierungsparteien anfangs sehr kritisch die Reise antraten, waren zum Schluss alle davon überzeugt, dass alte Menschen, Kinder und Kranke aber keinesfalls vor dem Winter zurückgeführt werden dürfen. So hat sich die Reise auch gelohnt, weil man über die Fraktionen hinweg einer Meinung war". Insgesamt vermisse man, dass die von der EU bereitgestellten Gelder endlich ihren Empfänger erreichten. An die Stadt und den Enzkreis werde Thon den Wunsch richten, Einzelfälle genauer zu prüfen und Jugendlichen den Abschluss ihrer Ausbildung zu zugestehen. "Es gibt kein besseres Kapital. Vorallem in der Krankenpflege".

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Letzte Aktualisierung: 16.2.2022

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