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Ohne Hugenotten keine Schmuckindustrie

Vortrag von Prof. Dr. Kiefer in der IHK

(1999) jaso. Auf die Spuren von "Hugenotten und Waldenser in und um Pforzheim" begaben sich Samstagnachmittag rund 150 Besucher bei einem Vortrag von Waldenser-Forscher Dr. Theo Kiefer in den Räumen der IHK. Die Veranstaltung, organisiert von den Wirtschaftsjunioren in Zusammenarbeit mit der Haidachgemeinde, gab einen Überblick über die Geschichte der Glaubensflüchtlinge, von ihrer Vertreibung bis hin zu ihrer Einflußnahme auf die Industrie. Unter der Zuhörerschaft waren zahlreiche Teilnehmer des Landesfestes des Gustav-Adolf-Werkes.

Mit Dr. Theo Kiefner konnten die Wirtschaftsjunioren, vertreten durch Vorstandssprecherin Sabina Hacker-Kollmar, einen international anerkannten Waldenser-Wissenschaftler für die Veranstaltung gewinnen. Der gebürtige Hamburger, der seine Jugend in den dreißiger Jahren in Pforzheim verbrachte und jetzt in Calw lebt, verfaßte mittlererweile vier Bücher über die Thematik, ein fünftes über Genealogie in Waldenserorten sei in Vorbereitung. "Ich war 14 Jahre Pfarrer in Waldenserorten, da wurde ich auf deren Geschichte aufmerksam", so Kiefner. Archivar der württembergischen Landeskirche, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Oberkirchenamts, freigestellt für Waldenserforschung, und Dozent an der Universität Tübingen - Kiefner scheint von Ruhestand nichts wissen zu wollen. Lieber widmet er sich der diffizilen Ahnenforschung, versucht, die waldensischen Vorfahren bis in die Savoyen-Täler zurückzuverfolgen. Seinen Vortrag vermittelte er spannend und nicht minder humorvoll.

Als der protestantische Glaube in Frankreich 1685 verboten wurde, flohen Hugenotten und Waldenser in die Schweiz und weiter nach Deutschland. Dabei siedelten sich Waldenser in Württemberg, Hugenotten unter anderem in Baden an. Die Regierenden, so etwa der Markgraf von Baden-Durlach, unterstützten die Neuankömmlinge durch Steuerfreiheit und ,Subventionen'. Dennoch dauerte es bis 1767, bis die erste Fabrik durch Hugenotten-Initiative hin geschaffen wurde, und es sollte Pforzheims Zukunft verändern. "In der zweiten Märzhälfte machte Jean Francois Autran Duterand von Orange den Vorschlag, im Pforzheimer Waisenhaus eine Uhrenfabrik zu einzurichten." Gesagt, getan.

Doch das Geschäft lief nicht, Teilhaber machten sich mit den Geldern davon, 1771 standen die 205 Angestellten fast vor dem Aus. Der Markgraf räumte dem Unternehmen schließlich Privilegien ein, die ein weiteres Fortbestehen sicherten, und schließlich wurde Pforzheim zur Schmuck- und Uhrenstadt, "als dank, daß man die Flüchtlinge aufnahm und ihnen ein reformiertes Eigenleben gewährte."

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Letzte Aktualisierung: 16.2.2022

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