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Kostenlose Skatekurse bei der Krankenkasse

Nach Bauchtanz und Tauchen jetzt Inlinen?

Konkurrenz hält Maßnahme zur Prävention unseriös und gefährlich

(30.03.2000) jaso. Der Startschuss war gefallen. Mit naßem, weißem T-Shirt quälte er sich nun durch New Yorks Häuserschluchten. Der 43 Kilometer-Marathonlauf, gab Joschka Fischer vor, sei mit Leichtigkeit zu bewältigen. Gegen Ende des Rennens schleifte er sich über die Ziellinie und sagte trotzdem in die Mirkofone: "Ich fühle mich gesünder!" Rudolf Scharping tritt in Pedale, Gerhard Schröder schwingt den Tennisschläger. Helmuth Kohl wäre es auch gut bekommen, wenn er ein wenig mehr Sport getrieben hätte.

Es ist unwahrscheinlich, dass die Erinnerung an den vorherigen Kanzler die sportbegeisterte, rot-grüne Regierung dabei beeinflusste, aber auf jeden Fall hat sie die seehofersche Gesundheitsreform mit der Strukturreform 2000 weitgehenst wieder umgedreht - zumindest in Sachen Gesundheitsprävention. Denn da können von den Krankenkassen wieder kostenlose, den Krankheiten vorbeugende Veranstaltungen angeboten werden, die überflüssige Pfunde verbrennen, Herz und Kreislauf stärken, die Abwehrkräfte festigen, für mehr Power sorgen.

Doch von alledem konnten die Karnkenversicherungen in den letzten drei Jahren nichts kostenlos anbieten. Denn 1997 strich der damalige Gesundheitsminister Horst Seehofer das Vorbeugungsprogramm aus dem Gesetz. Davor war Prävention das Zauberwort. Immer mehr Patienten waren immer älter geworden und krankheitsanfälliger. Mit Vorbeugung müsste die Gefahr des Erkrankens verringert werden, so könnte man die Kosten für die Behandlung sparen, den Zuwachs an Kranken finanziell ausgleichen. Das schien einleuchtend, aber schließlich folgte der Missbrauch: Bauchtanz, Kanufahren, Fallschirmspringen, Sporttauchen, Abenteuerurlaub auf Kosten der Krankenversicherung. 1997 hatte Seehofer die 'Faxen dicke.'

Dass der Präventionsparagraf jetzt strenger kontrolliert wieder zurückkehrt, nutzt die AOK Enzkreis/ Pforzheim: Ab 13. Juni veranstaltet die Krankenkasse Inlineskating-Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene. Kostenlos für alle Mitglieder. Dazu hat man schon einen Inlinerpark in Mühlacker ausgemacht, auf dem die Gruppe ohne aktive und passive Verkehrsgefährdung üben kann - auf dem "schwarzen Eis", wie Inline-Skater den ebenen, gut-befahrbaren Teer nennen.

"Inlineskating ist eine gesunde Trendsportart, die Kondition aufbaut, die Motorik trainiert und Spaß macht," erklärt Gunther Kyburz, Leiter der AOK-Gesundheitsförderung. Bereits in Schulen habe man in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium positive Erfahrungen mit Inlinekursen gemacht. Aber: "Inlineskating machen auch immer mehr Erwachsene. Es ist ein Schubeffekt erkennbar wie beim Mountainbiken oder Skateboarden."

Gelenkschonend sei das Fahren auf den Schuhen mit den Reifen unter der Sohle auch, führt Kyburz an. Und Stürze? "In den Kursen lernt man unter der Führung von einem Sportpädagogen Bremstechniken und wie man richtig stürzt."

"Ich fände es unseriös, wenn ich die Leute zum hinfallen animieren würde," sagt hingegen DAK-Geschäftsführer Rudolf Hermann. Und Dirk Fischbach von der Barmer zieht sogar Unterlagen aus der Schublade, in denen steht, welche Gefahren Inlineskating mitsichbringt. Welcher ertüchtigende Sport birgt keine Verletzungsgefahren? Sport ist Mord, und schließlich: No risk, no fun. "Es kann nicht Job der Krankenkassen sein, Spaß zu fördern," so Fischbach. "Wir wollen uns auf die wesentlichen Aufgaben der Krankenkasse besinnen." Man bleibt bei Biokochkursen und Rückenschulung. Inlineskaten kommt bei Barmer und DAK nicht ins Angebot.

Zum Glück ist Kyburz dort nicht versichert. Sonst würde er sofort wechseln. Denn seine Begeisterung für Inline-Skating ist groß: "Inline'nen - soweit mir die Zeit reicht - finde ich super. Auch wenn ich die Geländer nicht runter schramme, dass die Funken sprühen."

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Letzte Aktualisierung: 19.11.2022

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