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Der verwundete Sokrates

Bertolt Brecht

(01.07.2004) Die Kalendergeschichten waren Brechts erste Buchpublikation in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg und nach seinen Jahren im Exil, das ihn für 15 Jahre vom deutschen Publikum trennte. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland im Oktober 1948 musste er mit Texten an die Öffentlichkeit treten, die den Nerv der Zeit trafen und nicht allzu anspruchsvollen Lesegewohnheiten entsprachen und hohes Abstraktionsverständnis erforderten. Nur so konnte er eine breite Leserschicht erreichen; Schichten, die durch komplexes Theater nicht erreichbar waren. Aus diesem Grund stellte er in Zusammenarbeit mit Ruth Berlau die Kalendergeschichten zusammen. Im Januar 1949 – mit einem Monat Verspätung aufgrund Verzögerungen bei der Abgabe des Manuskripts und nachkriegszeitlichem Papiermangels – erschienen sie (komplett) in drei deutschen Verlagen und waren der erste selbstständige Band mit Kurzprosa, der zu Brechts Lebzeiten veröffentlich wurde. Brecht wollte mit diesem Band „entsprechend der aktuellen gesellschaftlichen Situation und dem Bewusstseinstand des damaligen Lesers - in die nicht geringen ideologischen Probleme der Zeit eingreifen.“ Vor diesem Hintergrund legte Brecht auch Wert darauf, dass der Verlag für eine Verbreitung in allen vier Besatzungszonen sorgte und entsprechende Lizenzen vergab.

Der Grund, warum die „Kalendergeschichten“ als solche bezeichnet werden dürfen, obwohl sie nicht für einen Kalender geschrieben wurden, liegt darin, dass sie in der Tradition einer „Gattung Kalendergeschichten“ stehen. Abseits der wissenschaftlichen, langwierigen Gattungsdiskussion, kann man feststellen: Den Begriff der „Gattung Kalendergeschichte“ gibt es nicht, da „die >Gattung< - wie in der Literaturwissenschaft üblich – nicht über die >Form< definiert werden kann“. Es handelt sich um einen Sammelnamen für – in der Regel – kurze Texte verschiedener Gattungen (einschließlich Gedichte). Wichtig bei dieser Art der Prosa ist, dass die Geschichten auf die Ansprüche des einfachen Lesers, für die kleinen Leute zugeschnitten sind; dass die Leser durch sie eine Art Einsicht in den Lauf der Geschichte erhalten und dementsprechend ihre aktuelle Lebenssituation überdenken sollen; dass sie Alltags-Geschichten wiedergeben.

Diese Arbeit thematisiert die Kalendergeschichte Der verwundete Sokrates aus dem Jahr 1939. Wer wäre heute so ehrlich wie Brechts Sokrates und würde den Ruhm und die Ehre und heute wahrscheinlich auch den materiellen Gewinn so selbstlos wie Sokrates zurückweisen? Und was genau macht diese Tapferkeit an Sokrates aus, was treibt ihn dazu, die Wahrheit zu sagen? Diese Fragen wirft Der verwundete Sokrates. Ein Augenmerk wird dabei auf den Begriff der Historiographie geworfen. Kann man diese Kalendergeschichte als historischen Text auffassen? Und kann man Sokrates nun als einen Helden bezeichnen und wenn ja: In welchem Sinne ist er einer? In Zusammenhang damit werde ich auf die von Brecht geprägte 'Verfremdungstechnik' und deren Effekte eingehen und nachvollziehen, wie die ursprüngliche und traditionelle Biographie des Philosophen Sokrates verfremdet wurde und welche Wirkung Brecht damit beabsichtigte. Auch die formalen Aspekte der Geschichte sollen kurz angesprochen werden, um ein Bild von Brechts Prosa zu vermitteln. Im Rahmen dieser Arbeit ist es aber nicht möglich, alle Einzelaspekte wie etwa volkstümliche Elemente zu untersuchen. Doch ich hoffe, auch mit den gewählten Untersuchungen das Besondere an Brechts Sokrates zu zeigen.

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Letzte Aktualisierung: 25.11.2020

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